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"Pubertät 2.0" startet mit 450 Besuchern


Zum Auftakt der dreiteiligen Reihe „Pubertät 2.0“ zog es rund 450 Eltern zum Vortrag von „Erziehungspapst“ Dr. Jan-Uwe Rogge ins Bürgerhaus. „Loslassen und Halt geben in der Pubertät“ lautete das Thema des Abends. In lockerer Art hielt er den Zuhörern den Spiegel vor, gab ihnen aber mit all seinen Erzählungen das Gefühl, nicht alleine dazustehen. „Wenn du ein pflegeleichtes Kind willst, dann zeuge es bei Südwind“, habe der griechische Philosoph Aristoteles vor 600 Jahren empfohlen. Gelächter im Saal. „Ich sehe schon“, so Rogges trockener Kommentar, „einige denken gerade: Mist, es herrschte Nordost!“.

Dr. Jan-Uwe Rogge in Aktion
Dr. Jan-Uwe Rogge in Aktion. (Bild: Gemeinde Kernen)



Erziehungstipps seien nicht als Rezepte zu verstehen. „Es gibt keine pädagogische Erleuchtung!“ macht er von Beginn an klar. Erziehung bedeute vielmehr Beziehung und Begleitung des Kindes. Dies setze einiges Geschick voraus, gerade in der Pubertät. Der Erziehende müsse dem Pubertierenden ein Partner sein, auf dessen Lebenserfahrung dieser vertrauen könne – „die wollen keinen Kumpel, keinen Wischi-Waschi-Typen und auch keinen General“. Er empfiehlt, sich an die eigene Pubertätszeit zurückzuerinnern („Sie waren doch ganz genauso!“). Ja, Teenager können ihre Eltern durchaus an den Rand der Verzweiflung bringen, wenn sie sich zurückziehen, herumzicken, provozieren oder ausrasten – „Aber das geht vorbei!“ Da wachse eine tolle Generation heran, ist Rogge überzeugt, „die ist nur ganz anders als Sie“. Und das müsse man als Eltern aushalten und akzeptieren. Man sollte man stets bedenken, dass diese Zeit der „Mutation“ vom Kind zum Erwachsenen für die Heranwachsenden schwierig sei. „Die fühlen sich nicht wohl in ihrer Haut!“ Er plädiert dafür, den Fokus nicht immer nur aufs Kind zu richten, und Hausaufgaben und Schulnoten nicht zum täglichen Reizthema zu machen. Mehr Leichtigkeit und eine Prise Humor tue der Erziehung gut, ist er überzeugt. „Nimm dein Kind an, auch wenn es nicht so ist, wie du es haben willst. Jedes Kind ist ein Geschenk.“

Vorschau

Weiter geht’s in der gemeinsamen Reihe von Gemeinde und VHS Unteres Remstal am Montag, 25. Februar. Dann spricht der Medienberater Uwe Buermann über „Smartphones – nutzen kann es jeder, aber auch beherrschen?“. Beginn ist um 19:30 Uhr (Einlass ab 19:00 Uhr). Karten zum Preis von  5,- Euro sind im Rathaus Rommelshausen, in der Verwaltungsstelle Stetten, in allen Geschäftsstellen der VHS Unteres Remstal oder an der Abendkasse erhältlich.