Aktuell

Teenager-Zeit mit Humor tragen


Beim Abschlussabend der Kernener Reihe „Pubertät 2.0“ rund um die Themen Pubertät und Medienkompetenz begeisterte am vergangenen Donnerstag im ausverkauften Bürgerhaus Diplom-Pädagoge Matthias Jung mit seinem Kabarettprogramm „Chill mal! Am Ende der Geduld ist noch viel Pubertät übrig!“.

Nach seiner Begrüßung „Ich habe heute ein schönes Programm und ein Gerstenkorn dabei“ war jegliches Eis gebrochen und das Publikum kam aus dem Lachen über die Pointen nicht hinaus. Sein Credo bei allen Tipps „Bei ärgerlichen Themen hilft uns Humor.“
 
Hitzige Themen, angefangen vom Schulalltag, über Zimmer aufräumen, Helfen im Haushalt und Whatsapp in Zeiten des „Hormon-Tsunami“ der Teenager, wurden beleuchtet. Matthias Jung schlüpfte dabei in die Rolle des Nachbarjungens Benedikt, seiner Schwester Lisa oder sprach von seiner eigenen Jugend. 

Erziehung durchlaufe im Wesentlichen zwei Phasen: In den ersten zwölf Jahren bestimmen die Eltern alles und entscheiden im Namen der Kinder. Ab dem 13. Lebensjahr werde verhandelt, hier entstehe Beziehung. „Wir lehnen uns zurück und ernten die Früchte unserer Erziehung“, so Jung und ergänzt, „manchmal ist auch Fallobst dabei“. Er macht deutlich, dass es geradezu Aufgabe der Teenager ist, sich in dieser Beziehungszeit abzugrenzen, die Rebellionszeit kann umso stärker ausfallen, je stärker die Bindung in den ersten Jahren war.

Erziehungsreihe stieß erneut auf große Resonanz


Nach ein paar eingebauten Alltagstipps („überreden  Sie doch Ihre Teenager für einen Spaziergang Chillen to go“), und dem Rat, die Teenager in der für sie unsicheren Zeit ehrlich und authentisch zu loben, macht er dem Publikum Mut, die Jugendlichen los zu lassen, aber stets für ein Gespräch zur Verfügung zu stehen. Drei Dinge hält er für ein „Wohlfühlen“ der Teenager für wichtig: die Peer-Group stimmt, der Teenager fühlt sich mit seinen Kumpels wohl, er ist mit sich im Reinen und der Teenager hat seinen sicheren Hafen bei den Eltern (mit W-Lan).
 
Bürgermeister Stefan Altenberger war ebenfalls interessierter Zuhörer. „Es freut uns sehr, dass die Fortsetzung unserer Erziehungsreihe so gut angenommen wurde“, sagte er mit Blick auf die große Besucherresonanz an allen drei Abenden. Die Reihe wurde von der Volkshochschule Unteres Remstal unterstützt.