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Gegen das Vergessen und für den Frieden


In einer stimmungsvollen Gedenkfeier haben zahlreiche Bürgerinnen und Bürger am Volkstrauertag auf dem St. Pierre-Platz im Ortsteil Stetten den Millionen von Opfern von Krieg, Gewalt und Terror gedacht. Bürgermeister Benedikt Paulowitsch, Udo Rauhut, der Vorsitzende der VdK-Ortsgruppe Kernen, Pfarrer Konrad Autenrieth sowie Schülerinnen und Schüler der Rumold-Realschule riefen zu Freundschaft und Versöhnung auf. Musikalisch umrahmt wurden die Reden und Texte durch den Gesangverein Frohsinn und den Musikverein Stetten, die unter anderem Mozarts „Abendruhe“ und den Choral „Ich bete an die Macht der Liebe“ spielten. Seit 1952 gehört der Sonntag zwei Wochen vor dem Ersten Advent zu den staatlichen, stillen Gedenktagen, sein ursprünglicher Anlass waren die im Ersten Weltkrieg gefallenen deutschen Soldaten.

Der Blick in die Vergangenheit
als Mahnung für die Zukunft


Bürgermeister Benedikt Paulowitsch rief das tragischste Kapitel in der Geschichte Europas in Erinnerung, das vor ziemlich genau 80 Jahren begann. „Der von deutschem Boden aus entfesselte Zweite Weltkrieg brachte unermessliches Leid.“ In Folge beider Weltkriege kamen auch mehrere hundert Soldaten aus Rommelshausen und Stetten nicht mehr in ihre Heimat zurück. „Die Gräuel zweier Weltkriege können wir nicht ungeschehen machen. Doch wir sind es den Opfern schuldig, die Schrecken des Kriegs im Gedächtnis zu bewahren“, betonte er und ergänzte: „Wir gedenken heute den Millionen Menschen, die durch Krieg und Gewalt ihr Leben verloren haben oder als Vertriebene ihre Heimat verloren und entwurzelt wurden. Wir gedenken ebenso den unzähligen Menschen mit Behinderungen, die systematisch ermordet wurden.“ Der Blick in die Vergangenheit müsse stets eine Mahnung für die Zukunft sein. Wichtig sei dies gerade im Hinblick darauf, dass heute wieder Worte zu hören seien, die an die dunkelste Zeit unserer Geschichte erinnern.

Appell an die Bereitschaft
zur Versöhnung


„Demokratie ist nicht selbstverständlich. Demokratische Werkzeuge sind der Kompromiss, das Verständnis und die Toleranz. Gewalt und Terror gehören nicht dazu!“, betonte Paulowitsch. Vergangenheit dürfe nicht verdrängt werden und die Gegenwart dürfe uns nicht gleichgültig sein: „Deshalb bin ich sehr dankbar, das junge Schülerinnen und Schüler der Rumold-Realschule diese Gedenkfeier mitgestalten.“ Der Beitrag der jungen Leute war berührend. Gemeinsam mit ihrer Lehrerin Kathrin Landsgsell appellierten sie an die Bereitschaft zur Versöhnung. Abwechselnd richteten sie eigene, verfasste Texte sowie das Gebet „Herr mach mich zum Werkzeug deines Friedens“ von Franz von Assisi an die Zuhörer. Pfarrer Konrad Autenrieth schloss die Gedenkfeier mit dem Versöhnungsgebet „Vater, vergib!“