Aktuell

Brief an die Bürgerschaft


Liebe Bürgerinnen und Bürger,


 
die jüngste Corona-Welle hat auch Kernen erfasst. Inzwischen erreichen uns an manchen Tagen so viele neue Infektionsmeldungen, dass wir die Nachverfolgung der Kontaktpersonen in Teilen nicht mehr gewährleisten können.
 
Im Rems-Murr-Kreis sind von Beginn der Pandemie an die Städte und Gemeinden und nicht das Gesundheitsamt für die Kontaktnachverfolgung und die Erstellung von Quarantäneanordnungen zuständig. Wenn Sie in den Medien von der Überlastung der Gesundheitsämter hören, dann ist damit auch das Ordnungsamt im Rathaus gemeint.
 

Wir haben verschiedene Kräfte aus anderen Bereichen für die Nachverfolgung hinzuziehen müssen. Daher habe ich an Sie als Bürgerschaft mehrere Bitten:
  • Beachten Sie die AHA-Regeln und das Lüften, um weitere Infektionen zu vermeiden.
  • Bleiben Sie zu Hause, wenn Sie sich krank fühlen.
  • Reduzieren Sie Ihre persönlichen Treffen.
  • Halten Sie sich an Quarantäneverfügungen.
  • Nutzen Sie die Corona-Warnapp.
  • Lassen Sie Ihren Frust bitte nicht an Ihren Mitmenschen und auch nicht an den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Rathauses aus, die Ihnen die Nachricht einer positiven Infektion oder einer Quarantäne überbringen. Diese Aufgabe wurde den Kolleginnen und Kollegen übertragen – die Mitarbeiter haben klare Vorgaben. In anderen Landkreisen würden Sie direkt vom Gesundheitsamt informiert werden. Die Regeln dafür kommen nicht aus Kernen.
  • Die Nachverfolgung hat absolute Priorität. Kleine Ärgernisse des Alltags, woran Sie sich stören wie falsch abgelegter Müll, Probleme beim Parken oder ein aus Ihrer Sicht schlecht gepflegtes Blumenbeet besitzen derzeit keine Priorität und können dementsprechend aktuell nicht zeitnah und womöglich gar nicht bearbeitet werden. Nehmen Sie Rücksicht auf unsere knappen Ressourcen. Die Kolleginnen und Kollegen (Menschen!) kämpfen für Ihre Gesundheit und sollten zum Dank nicht mit Kleinigkeiten beschäftigt oder gar angegangen werden.
 
Ich muss es so deutlich ausdrücken: In den kommenden Wochen ist das „Wir“ wichtiger als das „Ich“. Wir alle müssen daran denken, dass im Ort fast 16.000 Menschen leben, die alle unterschiedliche Bedürfnisse, Interessen und Ansichten haben. Dies in ein friedliches Zusammenleben zu überführen ist auch ohne Corona schwer genug. Nun müssen wir aber alle ganz bewusst und jeden Tag an diesem Miteinander arbeiten.
 
Die nun erfolgte Schließung der Gastronomie ist in Anbetracht der Konzepte mehr als bedauerlich. Unsere Betriebe haben in den vergangenen Monaten bewiesen, dass sie verantwortungsvoll mit der Situation umgehen.

Neuauflage der Gutscheinboxen ist in Arbeit



Umso mehr bitte ich Sie eindringlich, unsere ansässigen Betriebe weiterhin zu unterstützen, insbesondere die Restaurants und Gaststätten, die Essen zum Abholen oder auch Gutscheine anbieten. Die Gemeinde arbeitet derzeit außerdem mit Freundliches Kernen an einer Neuauflage der Gutscheinboxen, die bereits im Frühjahr vielen Betrieben helfen konnten – ein in diesem Jahr womöglich ganz besonders schönes Weihnachtsgeschenk!
 
Auch die Zahl der intensivmedizinisch betreuten Menschen steigt leider. Daher bitte ich Sie, ganz besonders Rücksicht auf die Risikogruppen und vor allem unsere älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger zu nehmen. Wenn Sie selbst zur Risikogruppe gehören, dann beachten Sie bitte umso stärker die angemessenen Maßnahmen wir das Abstandhalten und den Verzicht auf größere Treffen. Über unser Corona-Hilfetelefon können wir Ihnen Menschen vermitteln, die beispielsweise Einkäufe oder ähnliches für Sie übernehmen können. Junge Menschen dagegen müssen sich bewusst sein, dass sie ebenfalls Verantwortung tragen für die Gesundheit und das Leben anderer, auch das der eigenen Eltern und Großeltern.
 
Geben wir alle aufeinander Acht, lassen Sie uns zusammenhalten und diese historisch schweren Zeit gemeinsam überwinden.

 
Herzliche Grüße

Ihr Benedikt Paulowitsch


Bürgermeister
#KernenHältZusammen