Remstal-Gartenschau

Tafeln wie die Herzogin


Dass die „Blumige Herzogin Sibylla Tafel“ beeindruckende Floristik zeigt, sprach sich in der Region schnell herum. An den fünf Öffnungstagen strömten Besucher von weit her in die Glockenkelter und wollten das kunstvolle Arrangement sehen. „Einfach wunderschön“ – „Einer Herzogin würdig“ – „Eine wahre Pracht“, lauteten Kommentare im Gästebuch. Magdalena Sibylla von Hessen-Darmstadt, spätere Herzogin von Württemberg (1677-1693), hat Spuren in Stetten hinterlassen. Da eines der lokalen Schwerpunktthemen im Gartenschaujahr „Kernen und das Haus Württemberg“ ist, widmete die Gemeinde ihr eine einzigartige Blumen-Tafel.
 
Es ist ein Traum in Weiß, Grün, Gold und Silber. Auf rund drei mal sieben Metern Größe gruppierten sich kunstvolle Gestecke, Vasen und Spiegel – von oben krönte ein prächtiger Blumenkranz die Komposition. Die Ausstellung setzte den ersten Akzent im Gartenschaujahr. „Sie soll Lust auf die weiteren Schauen machen, die in Kernen ab Mai 2019 folgen“, betonte Bürgermeister Stefan Altenberger bei der Eröffnung. Fünf Blumengeschäfte aus Kernen und Umgebung haben die Tafel unter Leitung des Kirchheimer Floristen David Gerber gezaubert. Barocke, goldfarbene Sessel an der Stirnseite waren dem Herzogpaar vorbehalten. Reihum saßen die adligen Verwandten, wie die liebevoll angefertigten Tischkarten verrieten. Beim Betrachten der Blumenschau kamen tatsächlich viele auf den Geschmack: So verkaufte das Kernener Gartenschauteam am Wochenende mehr als 100 Dauerkarten für die Remstal Gartenschau 2019.  


Mehr über Herzogin Magdalena Sibylla

Herzogin Sibylla hat viele Jahre in Stetten verbracht. Die Herzogin, eine bedeutende Kirchenliederdichterin der Barockzeit, übernahm nach dem Tod ihres Gatten Wilhelm Ludwig im Alter von 25 Jahren die Regentschaft des Herzogtums von Württemberg, bis ihr Sohn Eberhard Ludwig als 16-Jähriger die Thronfolge antreten konnte. Durch ihre tiefe Frömmigkeit und Umsicht erfreute sie sich großer Beliebtheit. 1677 bezog sie als Herzoginwitwe Schloss Stetten, ihre Hochzeitsgabe, als Witwensitz. 1698 ließ sie die Stettener St. Veits-Kirche erneuern und das Kirchenschiff in doppelter Größe erbauen. Jeweils von März bis Oktober lebte die Herzoginwitwe üblicherweise in Stetten, das restliche Jahr verbrachte sie in Kirchheim unter Teck. Dort verstarb sie am 11. August 1712.