Gutachterausschuss

Erläuterungen zu den Bodenrichtwerten


Die Bodenrichtwerte sind sogenannte durchschnittliche Lagewerte, bezogen auf den Quadratmeter Grundstücksfläche. Sie werden aufgrund des § 196 Absatz 1 Satz 4 und Absatz 2 des Baugesetzbuches (BauGB) für eine Mehrzahl von Grundstücken mit im wesentlichen gleichen Nutzung- und Wertverhältnissen ermittelt. In bebauten Gebieten sind die Bodenrichtwerte mit dem Wert ermittelt, der sich ergeben würde, wenn der Boden unbebaut wäre.

Abweichungen des einzelnen Grundstücks in den wertbestimmenden Eigenschaften, wie Lage und Entwicklungsstand, Form, Größe, Bodenbeschaffenheit, Art und Maß der baulichen Nutzung, Immission und Erschließungszustand bewirken in der Regel Abweichungen des Verkehrswertes vom Bodenrichtwert. Insofern sind die Bodenrichtwerte nicht identisch mit dem Verkehrswert oder dem Kaufpreis eines Grundstücks und können im Einzelfall eine sachverständige Wertvermittlung nicht ersetzen.

Bei der Ermittlung der Bodenrichtwerte sind sogenannte Altlasten (zum Beispiel Verunreinigungen des Untergrundes), im Grundbuch eingetragene Lasten und Beschränkungen, Eintragungen im Baulastenverzeichnis, nachteilige Bodenbeschaffenheiten (beispielsweise Böschungen) der wert vorhandener baulicher Anlagen oder Anpflanzungen nicht berücksichtigt.

Rechtsansprüche hinsichtlich des Bauleitplanungs- oder Bauordnungsrechts (zum Beispiel Bebaubarkeit eines Grundstücks) können aus den Bodenrichtwertangaben nicht abgeleitet werden.