In Kernen und im gesamten Rems-Murr-Kreis sind seit dem vergangenen Jahr die meisten Altkleidercontainer verschwunden. Grund ist eine bundesweite Krise der Altkleidersammlung, nicht eine Entscheidung der Gemeinde. Ein Sammelpunkt bleibt direkt vor Ort erhalten, und wer Kleidung lieber persönlich weitergeben möchte, hat dafür ebenfalls Möglichkeiten.
Auf dem Wertstoffhof beim Betriebshof in der Seestraße 48, den die Abfallwirtschaft Rems-Murr (AWRM) betreibt, stehen weiterhin zwei Container für Altkleider. Sie sind zu den Öffnungszeiten des Wertstoffhofs zugänglich, mittwochs von 14 bis 18 Uhr und samstags von 9 bis 15 Uhr. Weitere Annahmestellen im Landkreis zeigen die Webseite www.awrm.de und die kostenlose Abfall-App der AWRM, Auskunft gibt auch die Abfallberatung unter Telefon 07151/7072-0.
In die Container gehört nur tragbare, saubere und trockene Kleidung, Schuhe bitte paarweise zusammengebunden. Ist ein Container voll, bitte nichts danebenstellen: Das macht die Kleidung unbrauchbar und ist zudem eine Ordnungswidrigkeit. Stark verschmutzte oder zerschlissene Textilien gehören weiterhin in die Restmülltonne.
Wer gut erhaltene Kleidung direkt an Bedürftige weitergeben möchte, kann sie bei der DRK-Kleiderstube in Winnenden abgeben (Wiesenstraße 10, Eingang Kanalstraße). Die ehrenamtlich betriebene Kleiderstube hat nur begrenzte Öffnungszeiten, ein Blick auf drk-rems-murr.de vor der Fahrt lohnt sich. Auch Secondhandläden, Sozialkaufhäuser und Kleiderflohmärkte sind eine gute Adresse, und über die Fundgrube der AWRM auf awrm.de lässt sich Kleidung kostenlos verschenken.
Hintergrund der Entwicklung ist eine bundesweite Marktkrise: Das Deutsche Rote Kreuz hat von seinen rund 150 Containern im Landkreis die meisten abgebaut, weil sich die Sammlung kaum noch trägt. Die Erlöse für gebrauchte Kleidung sind gesunken, immer mehr minderwertige Ware aus dem schnelllebigen Modehandel landet in den Containern, und zu oft werden Müll und unbrauchbare Textilien darin entsorgt. Die Container gehörten dabei nie der Gemeinde, sondern Wohlfahrtsverbänden und privaten Sammelunternehmen.
Eine schnelle Rückkehr der ursprünglichen Containerzahl ist nicht in Sicht, denn die Marktlage ist in ganz Deutschland angespannt, auch im Rems-Murr-Kreis.