Die Brücke der K 1856 über die B 14 zwischen Rommelshausen und Waiblingen wird abgerissen und neu gebaut und ist dafür rund 22 Monate voll gesperrt. Ein Baubeginn ist frühestens 2028 möglich.
Bauherr ist das Regierungspräsidium Stuttgart. Den Stand der Planung erläuterten am 24. September im Gemeinderat Kernen auf Antrag der FDP Gemeinderatsfraktion André Kleemann vom Regierungspräsidium Stuttgart, Projektleiter Thomas Brugger von der Planungsgemeinschaft ARGE Brücken BW sowie Verkehrsdezernent Stefan Hein und Maximilian Zacharias vom Landratsamt Rems-Murr-Kreis.
Für Autofahrer aus Kernen bedeutet das fast zwei Jahre lang Umwege. Auch auf der B 14 unter der Brücke wird es zeitweise eng. Für den Abbruch der alten Brücke wird die Bundesstraße über ein verlängertes Wochenende voll gesperrt, der Verkehr könnte dann auch über Waiblingen und Kernen umgeleitet werden. Während die neuen Fertigteile eingehoben und die Pfeiler gebaut werden, halbiert sich dort die Zahl der Fahrstreifen von 4+4 auf 2+2.
(Foto: Google Maps)
Das Umleitungskonzept für den Autoverkehr ist seit April 2026 mit den Verkehrsbehörden abgestimmt. Bevorzugt wird eine westliche Umfahrung in Richtung Fellbach über die L 1198, die B 14 und die L 1193. Als Alternative gibt es eine östliche Umfahrung über die L 1198, die L 1199 und die L 1193 bei Weinstadt.
Eine Besonderheit betrifft die Waiblinger Straße in Rommelshausen. Über sie führt die westliche Umleitung, zugleich will der Netzbetreiber Netze BW dort die Gasleitung sanieren. Die Planer des Brückenbaus stimmen sich deshalb bereits jetzt mit der Gemeinde Kernen im Remstal ab. Für den Fall, dass beide Baustellen gleichzeitig laufen, liegt ein vorabgestimmtes Umleitungskonzept vor.
Wie die Busse während der Sperrung fahren, liegt in der Verantwortung des öffentlichen Nahverkehrs. Möglich ist, dass auch sie über die westliche Umleitung fahren. Die Anpassung der Linienwege wird derzeit mit dem VVS und der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg abgestimmt, gemeinsam mit beiden sollen Öffentlichkeit und Busbetriebe informiert werden.
Auch Fußgänger und Radfahrer müssen ausweichen, denn der Radweg am Schüttelgraben im Radnetz Baden-Württemberg ist während der gesamten Bauzeit gesperrt. Für sie ist eine eigene Umleitung vorgesehen, die vorhandene Querungen nutzt und Schulwege besonders berücksichtigt. Nach dem aktuellen Entwurf, der noch mit der Verkehrsbehörde abgestimmt wird, führt die Verbindung zwischen Rommelshausen und Waiblingen östlich der Brücke durch eine Unterführung und weiter über den Schüttelgraben und die Alte Rommelshauser Straße. Für die Verbindung von Osten nach Westen gibt es mehrere Varianten, die mit Verkehrsbehörde und Gemeinden abgestimmt werden. Im Bereich der Brücke soll zeitgleich auch der Radschnellweg RS 5 gebaut werden.
Derzeit wird die Entwurfsplanung abgeschlossen, einen festen Termin für den Baubeginn gibt es bislang nicht. Er hängt vom Baugrund, von Eingriffen in Grundstücke der Bahn und von den nötigen Sperrpausen auf der Bahnstrecke ab. Die früheste mögliche Sperrpause liegt im Jahr 2028. Für die Bahnstrecke zwischen Waiblingen und Endersbach ist vom 23. Juni 2028, 21 Uhr, bis 21. Juli 2028, 21 Uhr, eine Vollsperrung vorgesehen. Die Planer prüfen, ob sich solche bereits angemeldeten Sperrpausen für den Brückenbau nutzen lassen. Fallen Bahnsperrung und Brückenbau zusammen, kann das zu mehr Umleitungsverkehr führen.
Der Neubau ist nötig, weil die 1969 errichtete Spannbetonbrücke stark beschädigt ist. Bei der letzten Hauptprüfung erhielt sie die Zustandsnote 3,0, festgestellt wurden unter anderem Risse, Betonabplatzungen und korrodierte Bewehrung. Da die Brücke nur noch eingeschränkt belastbar ist, gelten Beschränkungen für schwere Fahrzeuge über 40 Tonnen. Nach heutigen Regeln wird die neue Brücke mit 12 Metern etwas breiter als die bisherige mit 11,25 Metern. Sie erhält auf einer Seite einen 2 Meter breiten Gehweg und auf der anderen einen 3 Meter breiten Weg, den sich Fußgänger und Radfahrer teilen.
Brücken werden in Baden-Württemberg seit 2023 grundsätzlich unter Vollsperrung neu gebaut, weil das schneller und effizienter ist. Wesentlich für die Bauzeit sind der anspruchsvolle Baugrund mit aufwendigen Verbauarbeiten, Gründungen in 30 bis 40 Metern Tiefe und die Nähe zur Bahn, die erschütterungsarme Bauverfahren verlangt. Um Zeit zu sparen, sind bereits Fertigteilträger aus Spannbeton und gleichzeitig hergestellte Tiefgründungen eingeplant. Weitere Möglichkeiten werden geprüft, sobald der Baugrund genauer erfasst ist.
Rund ein bis eineinhalb Jahre vor Baubeginn plant das Regierungspräsidium eine Informationsveranstaltung für Bürger und Gewerbetreibende. Den aktuellen Projektstand veröffentlicht es auf seiner Webseite unter https://go.kernen.de/bruecken.