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Gesundheitstag zieht rund 800 Besucher ins Bürgerhaus


Rund 800 Besucher kamen am Sonntag, 27. September 2026, zum Gesundheitstag „Kerngesund" ins Bürgerhaus Rommelshausen. Der Seniorenrat Kernen hatte den Tag gemeinsam mit der Erwin und Hermine Bahnmüller Stiftung und der Sorgenden Gemeinschaft Kernen vorbereitet. Die Gemeinde Kernen im Remstal unterstützte die Veranstaltung, Von 11 bis 17 Uhr herrschte im Haus ein ständiges Kommen und Gehen.

Das warme, sonnige Wetter lockte viele zu einem Spaziergang nach Rommelshausen, darunter auch Gäste von außerhalb Kernens. Um 11 Uhr eröffnete Ulrich Lang, Vorsitzender des Seniorenrats gemeinsam mit Bürgermeister Benedikt Paulowitsch den Tag. Paulowitsch steckte im Grußwort den Rahmen ab: „Ohne Gesundheit ist alles nichts. Aber Gesundheit ist viel mehr als Blutwerte, Medikamente und Behandlungen. Dazu gehören Bewegung, Ernährung, frische Luft und ganz wichtig die mentale Gesundheit."

Gesundheitstag 2027

Ausstellung als erste Anlaufstelle

Die meisten Besucher zog es zunächst in den Saal 1 zu den 25 Ausstellern, von Pflegediensten und Physiotherapiepraxen über Krankenkasse und Diakonie bis zu Hilfsorganisationen, Sozialstation und Volkshochschule. An vielen Ständen entwickelten sich lange Gespräche. Die Aussteller berichteten dem Seniorenrat von durchweg positiven Reaktionen, und einen Schwerpunkt konnten die Veranstalter nicht ausmachen: Die Menschen interessierten sich für alles, was der Tag bot.

Am Stand des Seniorenrats zeigte die Kosmetikerin Carola Leder aus Rommelshausen, wie natürliches Make-up im Alter gelingt. „Dass das Schminken für Senioren so gut ankommt, hätte ich nicht gedacht. Manche sind als ganz neue Menschen vom Stand weggegangen.", schmunzelt Lang.

Die Vorträge im Saal 2 waren gut besucht. Viele hatten sich vorab im Programm markiert, was sie nicht verpassen wollten, und kamen gezielt zu Resilienz, Ernährung bei chronischen Erkrankungen, elektronischer Patientenakte und E-Rezept oder zu Veränderungen beim Hören. In den weiteren Sälen luden Qigong, Lachyoga, Hula-Hoop, Tanzen, Balancetraining und Riesenmikado zum Mitmachen ein, der Liederkranz Rommelshausen stimmte zum gemeinsamen Singen an. Die Gymnastik im Freien wich der Sonne in den Schatten vor dem Rathaus. Nur das Boulespiel fiel aus, dafür war es schlicht zu warm. Für das leibliche Wohl sorgten die Gaststätte Burgstüble mit Rindergulasch und Maultaschen und das Café Vita a Roma mit Kaffee und Kuchen. An den Tischen im Foyer ging das Gespräch über Vorsorge, Pflege und Alltag weiter, oft zwischen Menschen, die sich an diesem Tag zum ersten Mal begegnet waren.

Sorgende Gemeinschaft blickt auf den 5. November

Im Foyer stellte die Sorgende Gemeinschaft Kernen ihr Vorhaben vor: Angebote, Nachbarschaften und Engagierte im Ort besser miteinander zu verbinden, damit Menschen in jeder Lebensphase gut und selbstständig in Kernen leben können. Dazu gehört die Nachbarschaftshilfe-App hilver, die Hilfesuchende und Helfer zusammenbringt. „Wer sich am Sonntag informiert hat, kann am 5. November gleich weitermachen", erklärt Claudia Bubeck vom Amt für Familien, Schulen, Jugend und Senioren. „Die Auftaktveranstaltung im Bürgerhaus ist der nächste Schritt."

Für Paulowitsch ist der Gesundheitstag selbst ein Beispiel dafür, worum es dabei geht. Die Gemeinde stelle Raum, Koordination und Öffentlichkeitsarbeit, organisieren könne sie einen solchen Tag aber nicht allein. Dafür brauche es den Seniorenrat mit seinen Projektteams, die Stiftung und die Unternehmen, und vieles davon im Ehrenamt. „Gemeinschaft heißt nicht, dass man von anderen immer nur etwas einfordert, sondern dass man selbst einen Beitrag leistet", betonte der Bürgermeister. „Dass man auf seinen Nachbarn achtet, dass die Familie zusammenhält und dass es von Grund auf etwas Gutes ist, einander zu helfen."

Im ersten Stock wuchs „Kernen bobbelt" weiter, ein wunderbares Teilprojekt der sorgenden Gemeinschaft. Aus Wollresten entstanden zwei lange Ketten aus bunten Pompons. Was Bärbel Roller als kleine Idee begonnen hat, greifen inzwischen Kindergärten, Schulen, Familien und Senioren immer wieder neu auf. Im Jahr 2027 sollen die Bobbelketten den Ort schmücken.

Bereits am Morgen hatte Paulowitsch allen gedankt, die den Tag trugen: dem Seniorenrat um Ulrich Lang, Holger Mayr und Amtsleiterin Claudia Bubeck, Helmut Reder und der Bahnmüller Stiftung, Bärbel Roller, den Bewirtungsteams, den Helfern bei Aufbau und Technik und den Ausstellern, die ihren Sonntag nutzten, um für die Menschen in Kernen da zu sein. „Da ist ganz viel Herzblut dabei", sagte er. „Diese Menschen machen das nicht, weil es ihr Job ist, sondern weil ihnen das Thema wichtig ist."

Für den Seniorenrat steht nach diesem Sonntag fest, dass das Thema trägt. „Im Vergleich zum letzten Gesundheitstag war das Interesse deutlich größer. Man hat richtig gespürt, dass Vorsorge und Gesundheit für die Menschen eine immer größere Rolle spielen", zieht Lang Bilanz. Der Wunsch nach einer Fortsetzung sei so oft geäußert worden, dass der Seniorenrat ihn ernst nehme.

(Fotos: Franz Pulinna/Seniorenrat Kernen)

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Redakteur / Urheber
Sascha Baumann