4. Runder Tisch

Der vierte Runde Tisch des Projekts StreuobstDiversity in Kernen fand unter dem Leitgedanken, die Wertschöpfung des Lebensraums Streuobstwiese durch innovative Ansätze zu steigern, statt. Die Veranstaltung bot spannende Einblicke in die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Aspekte von Streuobstwiesen und lieferte praxisnahe Impulse für deren nachhaltige Entwicklung.

Zu Beginn präsentierte das Projektteam der Gemeinde Kernen einen Rückblick auf das Projektjahr 2024 und gab einen Ausblick auf die Ziele und Aktivitäten für 2025.

Anschließend stellte Herr Bürckmann von Hochstamm Deutschland e.V. Strategien zur Steigerung der Wertschöpfung in der Vermarktung von Streuobst vor. Im Fokus stand die Wertschöpfungskette von Streuobstprodukten, also von deren Produktion, über die Verarbeitung bis hin zur Vermarktung . Dabei hob er drei zentrale Quellen der Wertschöpfung hervor:

  • Gesellschaftliche Honorierung, z. B. durch Förderprogramme
  • Ökologischer Zusatznutzen, wie die Förderung der Biodiversität oder besserer Luft
  • Zertifikate für Ökosystemleistungen, wie CO₂-Bindung

Erfolgreiche Vermarktungsansätze zeigten eindrucksvoll das Potenzial hochwertiger Strategien. Herr Bürckmann empfahl, Netzwerke auszubauen, die Qualität zu steigern und emotionale Produktgeschichten zu nutzen, um die Kundenbindung zu stärken.

Im Anschluss beleuchtete Herr Klett von der StreuobstSchäferei in Rudersberg und vom Verein Schwäbisches Wiesenobst e.V. die Herausforderungen und Perspektiven für Streuobstwiesenbetreibende. Dabei standen die Erhaltung der Bestände, nachhaltige Bewirtschaftung und höhere Auszahlungspreise im Mittelpunkt. Zertifizierungen mit Kern- und Bonuskriterien sollen den Anbau alter Obstsorten fördern. Herausforderungen wie volatile Märkte und Preisentwicklungen wurden ebenso thematisiert wie die Vision, „Schwäbisches Wiesenobst“ als EU-geschützte Spezialität zu etablieren.

Die anschließende Diskussion fokussierte sich auf drei Kernpunkte:

  • Förderung und Finanzierung: Die Notwendigkeit langfristiger Strategien zur Unterstützung von Streuobstwiesen
  • Marktzugänge: Stärkung von Netzwerken und Kooperationen
  • Wertschätzung: Öffentlichkeitsarbeit und Bildungsangebote zur Steigerung der gesellschaftlichen Anerkennung

Zum Abschluss wurden Spezialitäten von den Streuobstwiesen serviert, um die kulinarische Vielfalt und den wirtschaftlichen Wert dieser Kulturlandschaft zu präsentieren. Eine begleitende Fotopräsentation zeigte eindrucksvolle Bilder der Musterflächen des Projekts StreuobstDiversity in Kernen und ihrer Lebensräume. Besondere Highlights waren seltene Tierarten wie Wildbienen und Schmetterlinge, die artenreichen Wiesen mit traditionellen Obstbaumsorten sowie Beispiele nachhaltiger Flächennutzung.

Mit vielen neuen Erkenntnissen und Inspirationen blicken alle Beteiligten gespannt auf das nächste Projektjahr 2025.