5. Runder Tisch - Streuobst im Klimawandel

Die Veranstaltung am 25.02.2025 wurde vom Projektteam der Gemeinde Kernen, Katharina Moll, Sabine Mayer und Annalena Götz, eröffnet und hatte zum Leitthema „Streuobstbau im Klimawandel“. Durch den Abend führte Herr Mauch, Leiter des Bauamts der Gemeinde Kernen im Remstal.

Zu Beginn stellte sich die neue Projekt-Kollegin Katharina Moll vor, die ihre Bachelor-Arbeit zum Thema „Wie wirkt sich § 33a NatSchG auf die Streuobstbestände im Alb Donau Kreis aus?“ präsentierte.
Im Anschluss präsentierten zwei externe Referierende ihre Erkenntnisse zum Streuobstbau im Klimawandel. Die Präsentationen beleuchteten die Auswirkungen des Klimawandels auf die Streuobstwiesen sowie mögliche Anpassungsstrategien.

Präsentation 1: „Streuobstbau im Klimawandel"

Referent: Adrian Klose, Landratsamt Rems-Murr-Kreis, Landwirtschaftsamt

  • Folgen des Klimawandels:
    Extremwetterereignisse, insbesondere Spätfröste
  • Anpassungsstrategien im Streuobstanbau:
    Standortwahl: Bedeutung der Höhenlage, mikroklimatische Faktoren

    Unterlagswahl: Auswahl robuster Unterlagen zur besseren Anpassung an Trockenstress und Bodenverhältnisse
    Sortenwahl: Beispielhafte Sorten mit erhöhter Widerstandsfähigkeit (u. a. Admiral, Brettacher, Wildobst, …)
    Pflegemaßnahmen: Bewässerungssysteme, gezielte Düngung, Einsatz von Kalkanstrich zur Rindenpflege, …
    Zunahme von Krankheiten und Schädlingen durch veränderte klimatische Bedingungen:
    Mistelbefall, Wühlmäuse, Schwarzer Rindenbrand, Japankäfer, …

Präsentation 2: Klimaresiliente Bewirtschaftung im Streuobstanbau - „Werkzeugkästen“ für Praktikerinnen und Praktiker

Referentin: Dr.-Ing. Janet Maringer, Flächenagentur Baden-Württemberg GmbH

Kernpunkte:

  • Folgen des Klimawandels:
    • Austrocknung der Böden, Wasserstress
    • Folgekrankheiten
    • Spätfrostgefahr
  • Maßnahmen zur Anpassung der Streuobstbewirtschaftung:
    • Stabilisierung Mikroklima:
      • Windschutzhecken und Überhälter zur Reduzierung von Windstress und Austrocknung
      • Lineare Fruchtbausysteme
    • Föderung Bodenfruchtbarkeit
      • Grünlandbewirtschaftung, Düngung, Beweidung
      • Ziel: Gute Nährstoffversorgung des Bodens zur Stärkung der Bäume
    • Förderung Wasserverfügbarkeit
      • Gut ausgebildetes Wurzelsystem: Forschung zu wurzelechten Bäumen und Direktsaat
  • Pflanzung und Pflege:
    • Optimale Vorbereitung des Pflanzlochs
    • Schutz vor Wühlmäusen
    • Einsatz von Ammenbäumen zur Förderung des Jungbaumwachstums
    • Bewässerungssysteme zur Unterstützung in Trockenperioden
    • Gestaltung der Baumscheibe für optimale Nährstoffversorgung
    • Anstrich zum Schutz der Rinde
  • Diskussion und Abschluss
    Die anschließende Diskussion konzentrierte sich auf:
    -  Bedeutung der Auswahl robuster Sorten und Unterlagen sowie standortangepasster          Maßnahmen
    -  Notwendigkeit der Forschung zu alternativen Anbaumethoden und Bewirtschaftungsstrategien
    -  Erfahrungsaustausch über Bewässerung und Pflanzmethoden

Kulinarischer Ausklang
Im Anschluss wurden Spezialitäten aus den Streuobstwiesen angeboten, um die kulinarische Vielfalt und den wirtschaftlichen Wert dieser Kulturlandschaft zu präsentieren. Zu den Highlights zählten:

  • Cidre von der Streuobsterey aus Kernen-Stetten
  • Verschiedene Fingerfood-Variationen
  • Selbstgebackener Zwetschgenkuchen

Die Kombination aus fachlichem Austausch und kulinarischem Genuss bot einen gelungenen Abschluss der Veranstaltung.