Mahdschulung

Am 10.April 2024 fand im Bürgerhaus Kernen die „Mahdschulung“ unter der Leitung unseres Biodiversitätsberaters Philipp Unterweger statt. Die Teilnehmenden erhielten umfassende Einblicke in die Bedeutung alternativer Pflegeansätze für die Biodiversität. Die Schulung kombinierte theoretische Grundlagen mit praxisorientierten Empfehlungen, um den Erhalt artenreicher Lebensräume zu fördern.

Zu Beginn erläuterte Herr Unterweger die Grundlagen der Biodiversität und des Artensterbens. Biodiversität umfasst die Vielfalt an Arten, die genetische Vielfalt sowie die Vielfalt der Ökosysteme. Besonders betroffen vom Artensterben sind viele Tier- und Pflanzenarten, deren Lebensräume durch Verlust, Vergiftung und Nahrungsknappheit stark gefährdet sind.

Ein zentraler Aspekt der Schulung war der Unterschied zwischen extensiv gepflegten Wiesen und intensiv genutztem Rasen. So reduziert das Mulchen mit anschließendem Liegenlassen des Mähguts Strukturvielfalt auf Wiesen, da Blüten, Stängel und andere wichtige Lebensräume entfernt werden. Neben der Reduzierung der Pflanzenstruktur führt das Mulchen auch zu einer Reduzierung der Artenvielfalt der Lebewesen. Besonders gefährdet sind Larven und immobile Insekten, die nicht fliehen können und darum durch die Mulchgeräte getötet werden. Überlebende Insekten leiden oft unter Nahrungsmangel und Trockenheit, was ihre Populationen zusätzlich gefährdet.

Im Gegensatz dazu wurde als biodiversitätsfreundliche Alternative die extensive Beweidung vorgestellt. Beweidete Flächen bieten durch ihre Strukturvielfalt und zusätzliche Habitatmerkmale wie Wurzeln und Erdbaue einen optimalen Lebensraum für viele Arten. Auch die Überwinterungsökologie war Teil der Schulung. Viele Insekten benötigen geschützte Strukturen, um die kalte Jahreszeit zu überleben. Maßnahmen wie der Erhalt von Larvenhabitaten oder extensive Beweidung können entscheidend zur Förderung der biologischen Vielfalt beitragen.

Die Veranstaltung schloss mit dem Ziel, durch umweltschonende Pflegepraktiken die Biodiversität auf Streuobstwiesen zu fördern, indem die extensive Mahd oder die Beweidung umgesetzt wird.