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Bronzekunst erleben in Kernen


Echte Kunstfans schreckt das Wetter nicht: Rund 50 Interessierte wollten trotz kräftigem Schauerregen beim Gang durch Stetten mehr über die neuen Exponate in Schlosspark und Ortsmitte erfahren. Begleitet wurde der Kunstgang, den Bürgermeister Stefan Altenberger eröffnete, von Michael Herzog von Württemberg, dem Bildhauer Karl Ulrich Nuss und dem Vater des Kernener Fahnenprojekts, Ehrenbürger Dr. Wolfgang Riethmüller. Ein Stettener Bläserquintett begleitete die Tour musikalisch und zum Abschluss gab’s an der Yburg ein Gläschen „Brotwasser“ von der Hofkammer zu kosten.
 
Die Skulptur „Menschenmassen“ steht im Schlosspark am Ende einer langen Sichtachse. Bereits seit mehr als zehn Jahren bewohnen Burgfräulen, Reitersmann, Burghexe und andere die Yburg, geschaffen vom Strümpfelbacher Bildhauer Karl Ulrich Nuss. Seit kurzem haben diese Bronzefiguren Verstärkung bekommen. Von der Ortsmitte, wo der „Zeiger“ den Weg hinauf zur Burg weist, ergänzen entlang der historischen Burgsteige insgesamt vier weitere Nuss-Figuren die Dauer-Ausstellung.

Tipp: "Jeder soll das Werk auf sich wirken und seine Gedanken fließen lassen"


Michael Herzog von Württemberg übergab die Skulptur „Menschenmassen“, geschaffen von seiner Mutter, Herzogin Diane von Württemberg, seiner Bestimmung. Sie ist eine Leihgabe des Hauses Württemberg. Das Thema „Kernen und das Haus Württemberg“ ist eines der Leithemen zur Gartenschau und findet sich auch in einer umfangreichen Vortragsreihe und einem historischen Leporello wieder. Die Skulptur von Herzogin Diane passt gut zur Philosophie des neu gestalteten Parks, „denn hier sollen Menschen zusammenkommen, junge, alte, Menschen mit und ohne Behinderung“, betonte Bürgermeister Altenberger. Und es funktioniert, wie etliche gut besuchte Gartenschau-Veranstaltungen auf dem Gelände gezeigt haben. Die „Menschenmassen“ sollen auf den Betrachter wirken, so Herzog Michael: „Jeder soll das Werk auf sich wirken und seine Gedanken fließen lassen.“
 
Ähnliches empfahl auch Nuss, der in seinen Werken gerne Bewegung in starre Bronze bannt. „Und ein Kunstwerk sollte rundum erkundet werden, nicht nur frontal“. Die wiederkehrenden dünnen Gliedmaßen und die dicken Bäuche sind ganz bewusst geformt. Der Künstler Nuss orientiert sich am normalen Menschen und bildet sie so ab, wie sie sind, nicht wie man sie gerne hätte, erläuterte die Weinstädter Stadtführerin Toni Herm.

Kunst in Kernen-Stetten


Wer Lust hat, die Werke genauer in Augenschein zu nehmen, beginnt im Schlosspark bei den „Menschenmassen“. In Kloster- und Kirchstraße folgen Eindrücke des „Fahnen für Kernen“-Projekts und ab der Steigstraße führen die Nuss-Figuren hinauf zur Yburg.